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Gleiches Osterdatum nach fünf Jahren

Zusammenfassung

Der Ostersonntag fällt relativ oft nach bereits fünf Jahren auf das gleiche März- oder April-Datum. Es wird gezeigt, warum das so ist und mit welcher Häufigkeit ein solcher Fall auftritt.

Inhalt

1. Einleitung
2. Warum wiederholt sich das Osterdatum manchmal nach fünf Jahren ?
3. Wie groß ist die Häufigkeit dafür, dass sich das Osterdatum nach 5 Jahren wiederholt ?
4. Wiederholungsdaten im 13. bis zum 15. Jahrhundert (julianisch)
    und im 19. bis zum 22. Jahrhundert (gregorianisch)

1. Einleitung       ↑ Anfang

Auf die Tatsache der relativ häufigen Wiederholung des Osterdatums nach fünf Jahren machte ein Leser des Wikipedia-Eintrags Osterdatum aufmerksam. Nach anfänglicher Skepsis fand ich doch einige systematische Zusammenhänge heraus, die hier vorgestellt werden sollen.

2. Warum wiederholt sich das Osterdatum manchmal nach 5 Jahren ?   ↑ Anfang

Die Ostergrenze, das ist das Datum des Frühlingsvollmondes, wiederholt sich regelmäßig erst nach je 19 Jahren. Gestört wird diese Regelmäßigkeit frühestens nach 100 Jahren, wenn wegen der kleinen Ungenauigkeit in der Bemaßung der 19-jährigen Meton-Periode eine bei der Gregorianischen Kalenderreform eingeführte Korrektur fällig ist. Der gegenwärtige Zeitraum, während dem eine solche Korrektur entfällt, ist ausnahmsweise besonders lang, er reicht vom Jahr 1900 bis zum Jahr 2199.

Das Datum des Ostersonntags kann sich schon nach 5 Jahren wiederholen, weil Ostern nicht am Tage des Frühlingsvollmondes, sondern am darauf folgenden Sonntag ist. Alle Vollmonde in den 7 Tagen vor diesem Sonntag haben ihn als Ostersonntag zur Folge. Und es gibt tatsächlich 5-Jahre-Intervalle, bei denen der Vollmond des ersten und des fünften Jahrs in diese 7 Tage fallen.

Diese 5-Jahre-Intervalle haben folgende Eigenschaft:
Es enthält 2 Schaltjahre. Dadurch hat ein Datum nach 5 Jahren wieder den gleichen Wochentag, zum Beispiel einen Sonntag, der für Ostern nötig ist. In 3 Normaljahren verschiebt sich ein Datum um je 1 Wochentag auf später, in den 2 Schaltjahren um je 2 Wochentage, was in der Summe 7 Tage sind. Das erste der beiden Schaltjahre ist das 2. Jahr; ein Schalttag im 1. Jahr wäre unwirksam, da er schon im Februar zugefügt wird. Das 2. Schaltjahr ist schon das 5. Jahr, also das letzte Jahr im Intervall.

Von Jahr zu Jahr erhält der Frühlingsvollmond in der Oster-Rechnung entweder ein 11(10) Tage früheres oder ein 19(18) Tage späteres Datum. Die Werte in Klammern gelten, wenn eine neue 19-Jahr-Reihe beginnt, die Goldene Zahl des Jahres von 19 zu 1 wechselt. Die Zuweisung eines späteren Datums erfolgt, wenn das vergangene Jahr mit einem Schalt-Monat auf 13 Mond-Monate verlängert werden musste, damit der zu beachtende Vollmond nicht vor den Frühlingsanfang (21. März) zu liegen kam. Es gibt nur 2 mögliche Kombinationen von 5 aufeinander folgenden Zuweisungen (Klammerwerte nicht berücksichtigt): 3 mal -11 Tage plus 2 mal +19 Tage gleich +5 Tage und 4 mal -11 Tage plus 1 mal +19 Tage gleich -25 Tage. Infrage kommt nur die Kombination, bei der der Vollmond nach 5 Jahren ein 5 Tage späteres Datum hat. Die Vorverschiebung um 25 Tage überschreitet die Länge einer Woche.

Der Wochentag des Vollmondes darf spätestens ein Samstag sein; wäre er ein Sonntag, würde sich Ostern um 1 Woche verschieben. Somit gelten nur Intervalle, in denen der Wochentag des 5 Tage früheren Vollmondes im 1. Jahr (Ausgangsjahr) ein Montag oder Sonntag ist. Solche Intervalle existieren, und es ist möglich, dass sich das Osterdatum manchmal nach fünf Jahren wiederholt.

3. Wie groß ist die Häufigkeit dafür, dass sich das Osterdatum nach fünf Jahren wiederholt ?       ↑ Anfang

Von allen Intervallen, die Jahr für Jahr beginnen, scheiden 3 von 4 aus, denn ein brauchbares Intervall muss als 2. Jahr ein Schaltjahr enthalten.

Die Zahl der Intervalle ist nochmals mit 2/7 zu multiplizieren, weil nur 2 (Montag und Sonntag) von 7 Wochentagen für den Vollmondtag zur Verfügung stehen.

Die resultierende Wahrscheinlichkeit ist 1/4 mal 2/7 gleich 1/14.
Die Wiederholung des Ostersonntags nach fünf Jahren zum gleichen Datum findet in 100 Jahren durchschnittlich 7,14 mal statt.

4. Wiederholungsdaten im 13. bis zum 15. Jahrhundert (julianisch)
    und im 19. bis zum 22. Jahrhundert (gregorianisch)       ↑ Anfang

Die folgenden Tabellen bestätigen die oben angegebene Wahrscheinlichkeit für die 5-Jahre-Wiederholung des Osterdatums mit etwa 7,14 Fällen in 100 Jahren.


13. bis 15. Jahrhundert (julianisch)

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1. Jahr:  1203  1227  1247  1251  1271  1287
 Ostern:   6.4. 11.4. 31.3. 16.4.  5.4.  6.4.                           6 Fälle  
5. Jahr:  1208  1232  1252  1256  1276  1292
-------------------------------------------------------------------------------
1. Jahr:  1307  1311  1331  1335  1355  1379  
 Ostern:  26.3. 11.4. 31.3. 16.4.  5.4. 10.4.                           6 Fälle
5. Jahr:  1312  1318  1336  1340  1360  1384  
-------------------------------------------------------------------------------
1. Jahr:  1399  1403  1423  1427  1447  1467  1471  1491     
 Ostern:  30.3. 15.4.  4.4. 20.4.  9.4. 29.3. 14.4.  3.4.               8 Fälle
5. Jahr:  1404  1408  1428  1432  1452  1472  1476  1496     
-------------------------------------------------------------------------------
 
 
19. bis 22. Jahrhundert (gregorianisch)

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1. Jahr:  1807  1811  1831  1835  1855  1875  1879   1895    1899    
 Ostern:  29.3. 14.4.  3.4. 19.4.  8.4. 28.3. 13.4. 14/15.4. 2/3.4.   7(+2) Fälle
5. Jahr:  1812  1816  1836  1840  1860  1880  1884   1900    1904
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1. Jahr:  1915  1919  1939  1959  1963  1983  1987     
 Ostern:   4.4. 20.4.  9.4. 29.3. 14.4.  3.4. 19.4.                     7 Fälle
5. Jahr:  1920  1924  1944  1964  1968  1988  1992  
---------------------------------------------------------------------------------
1. Jahr:  2007  2027  2051  2055  2071  2075   2099 
 Ostern:   8.4. 28.3.  2.4. 18.4. 19.4.  7.4. 12/13.4.                6(+1) Fälle
5. Jahr:  2012  2032  2056  2060  2076  2080   2104
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1. Jahr:  2111  2115  2135  2139  2159  2179  2183  
 Ostern:  29.3. 14.4.  3.4. 19.4   8.4. 28.3. 13.4.                     7 Fälle
5. Jahr:  2116  2120  2040  2144  2060  2084  2188
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In den 7 ausgewählten Jahrhunderten gibt es 50 Wiederholungs-Fälle der untersuchten Art. Das sind tatsächlich 7,14 Fälle pro 100 Jahre im Durchschnitt. Die Paare 1895/1900, 1899/1904 und 2099/2104 sind mitgezählt, weil sie nur wegen einer Ausnahmeregel (keine Schalttage in den Jahren 1900 und 2100), die in der obigen Häufigkeitsbetrachtung nicht beachtet ist, abweichen.

LogoSW Siegfried Wetzel, CH 3400 Burgdorf, Juni 2011 (Juli 2011)

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