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Kleine Verbesserungen
an Gebrauchs-Gegenständen

Inhalt

  1. Roll-Koffer
  2. Schub-Karre
  3. Fahrrad-Seilschloss
  4. Fahrrad-Luftpumpe
  5. Toaster
  6. Auto-Rückspiegel
  7. Heimwerker-Fräse
  8. "Grosse" Stühle
      8.1 Perriand-Stuhl
      8.2 Landi-Stuhl
  9. Taschen-Fernglas
10. Auto-Tagesfahrlicht
11. Wettersäule
12. Doppelte Schnürsenkel
13. Hosengürtel

1. Roll-Koffer  ↑ Anfang

  ↑ Roll-Koffer mit engem Radstand         ↑ Roll-Koffer mit erweitertem Radstand      ↑ ... und mit grösseren Rädern

  ↑ Roll-Koffer, Ausgangszustand                                           ↑ Roll-Koffer, geändert

← moderner Roll-Koffer

Der enge Radstand vieler Roll-Koffer ist Ursache dafür, dass sie leicht kippen. Im ersten Bild ist das angedeutet: Schräg-Fahrt über ein Bürgersteig-Kante. Der entstehende Schwung kann zum Kippen auch dann führen, wenn der Schwerpunkt des Koffers sich im Ruhefall noch innerhalb der Aufstand-Basis befände. Im zweiten Bild ist derselbe Koffer zu sehen, nachdem die Rollen nach aussen versetzt sind. Durch die vorhandenen Achslöcher wurde ein Hohlrohr gesteckt, an dessen Enden Gewinde für Kopfschrauben eingeschnitten wurde, die die Rollen achsial binden (zusätzliche Unterlege-Scheiben selbstverständlich). Koffer mit grossem Radabstand werden inzwischen häufig angeboten (rotes Exemplar im letzten Bild), sind aber immer noch nicht die Regel (2008). Es gibt andere Möglichkeiten für befriedigende Ästhetik als sie im Problem-Koffer (Rollen und Zug-Stangen in Linie, viertes Bild)) angewendet sind. Der rote Koffer ist dafür ein gutes Beispiel.

Ärgerlich sind oft auch die zu kleinen Rollen, mit denen der Koffer geräuschvoll über alle Unebenheiten hüpft. Im Beispiel war es möglich, deren Durchmesser von 35 mm auf 50 mm zu vergrössern (die noch grösseren Rollen des roten Koffers beanspruchen allerdings etwas Platz vom Innenraum). Der achsial vorhandene Platz wurde durch Verdopplung mit handelsäblichen Rädern vom Baumarkt ausgenutzt (fünftes Bild). Trotz grösserer Rollen steht der Koffer nicht schräg, wie dass Bild oben rechts zeigt. Im Original stehen die Koffer ganz leicht über die Rollen hinaus geneigt, wie beim roten Koffer zu sehen ist.

2. Schub-Karre  ↑ Anfang

(Juni 09)

Schub-Karren stehen nur auf drei "Beinen". Sie kippen leicht, vor allem wenn ihre beiden "Hinterbeine" (Stützen) eng beieinander stehen. Bei Schubkarren aus dem Heimwerker-Markt scheint der enge Stand der beiden Stützen der Normalfall zu sein (erste Abbildung). Das verlangt nach einer Verbesserung. Beim vorhandenen Modell war das relativ einfach:


↑ wenig schräg stellbare Schub-Karre                         ↑ schmale Stütz-Fläche (Dreieck), Untersicht

Die Stütz-Bügel sind von unten mit je zwei Schrauben an den beiden von den Griffen nach vorne gehenden Tragrohren befestigt (zweite Abbildung, Untersicht). Gegen seitliches Kippen sind sie mit je einer Strebe vom Querbalken aus gehalten (erste Abbildung, Ansicht).


↑ stark schräg stellbare Schub-Karre                          ↑ breite Stütz-Fläche (Dreieck)     ↑ Stützbügel mit Langloch

Die Stützen liessen sich etwas nach aussen verdrehen, nachdem deren Schraublöcher zu Langlöchern gefeilt wurden (fünfte Abbildung, Detail). Am Querbalken wurden zwei neue Löcher zur nach aussen verschobenen Befestigung der Streben gebohrt (dritte Abbildung, Ansicht).

3. Fahrrad-Seilschloss  ↑ Anfang

  ↑ Seilschloss mit Bund am Steckerteil                                ↑ abgedrehter Bund am Steckerteil

← Steckerteil auf Drehbank

Das einfache Seilschloss wird meistens mit dem Steckerteil voran durch eines der Räder gesteckt, wobei es vor allem beim späteren Herausnehmen mit seinem Bund an den Speichen hängen bleibt.

Diese Unbequemlichkeit ist einfach zu beseitigen, indem man den Bund entfernt. Möglichkeiten sind Abfeilen oder Abschleifen. Am elegantesten ist natürlich das Abdrehen auf einer Drehbank, wobei das Seil von aussen in deren Hohlwelle gesteckt und im Dreibackenfutter geklemmt wird. Da der elastische Schlauch über dem Seil unter der radialen Schnittkraft etwas nachgibt, ist die zusätzliche Lagerung des Steckerteils mit Hilfe einer Dreh-Spitze zu empfehlen.

Nachtrag (Okt.2010):

← Vorschlag: exzentrisch abzudrehender Bund am Steckerteil (rechts)

Ein Leser machte mich auf den Zweck des Bundes aufmerksam. Früher (vor etwa 50 Jahren) gab es ihn noch nicht. Er wurde später angebracht, weil Fahrraddiebe vorher das Schloss "knacken" konnten. Er verhinderte nun, dass man eine Nadel oder ähnliches in den Schlitz der Schlossbuchse stecken kann, um den Schlitz der Sperrscheiben zu erfühlen. Ich empfehle jetzt, den Restbund exzentrisch stehen lassen. Der Steckerteil lässt sich mit einer Unterlage bei einem der 3 Futterbacken exzentrisch einspannen. Die Exzentrizität befindet sich auf der Seite der Nocken. Wer die Arbeit ohnehin mit der Feile macht, kann eine nockenförmige Kontur wählen.

4. Fahrrad-Luftpumpe  ↑ Anfang


 ↑ Luftpumpe mit un-ergonomischem Griff


 ↑ Griff mit etwas Lenkerband umwickelt                               ↑ Griff mit aufgesteckter Film-Hülse


 ↑ verbesserte Fahrradpumpe an einem Damenrad                 ↑ Bohrung am Luftauslass vertieft

Es gab eimal eine Zeit, in der die Antwort auf eine Scherzfrage - wer der ärmste der Armen sei - lauten musste: der Radfahrer, denn er müsse sich sogar die Luft pumpen. Heute muss wohl ein anderer der Ärmste sein, denn eine Luftpumpe gehört nicht mehr zur Standard-Ausrüstung eines Fahrrades. Man kann das Rad bei Luftmangel zum Fahrrad-Händler bringen (mit dem Auto!).

Eine ältere Pumpe könnte eine vom oben abgebildeten Typ sein. Diese wurde zum Klemmen zwischen dem Tretlager und der Querstange eines Herrenrades mit Einkerbungen an beiden Enden versehen. Die so am Griff entstandenen Hörner sind sehr un-ergonomisch, sie bohren sich geradezu in den drückenden Handballen.

Abhilfe schafft bereits das Aufstecken einer Film-Hülse. Im Beispiel war deren Durchmesser ein wenig zu gross, was durch Unterwickeln von etwas Lenkerband (Alternative: Isolierband) ausgeglichen wurde.

Das Foto unten links zeigt die verbesserte Pumpe an einem Damenrad, geklemmt zwischen Tretlager und einem dafür vorgesehen Haken am unteren Schrägrohr. Solche Haken haben auch die meisten Herrenräder. In den Boden der Film-Hülse bohrt man für die Hakenspitze noch ein kleines Loch (ca. 5 mm Durchmesser).

An der bereits behandelten Luftpumpe war gleich noch eine andere Nacharbeit erforderlich, was im letzten Foto unten rechts zu sehen ist. Die Luftauslassbohrung war nur tief genug für die älteren Ventile (mit Ventilgummi). Die moderneren Ventile ragen tiefer in diese Bohrung hinein. Ihr Verschlussstift berührte den Boden. Das Ventil blieb nach dem Pumpstoss offen, die ganze Mühe war umsonst. Die Abhilfe war einfach: die Auslassbohrung wurde vertieft ( ca. 8 mm Durchmesser).

Nachtrag (Juni 08):
Es gibt sie noch: die Luftpumpe an modernen Fahrrädern. Wenigstens an einigen Rädern mit Gepäckträger ist unter dessen Auflagefläche eine Notfall-Pumpe befestigt, die aber nur noch ca. halb so lang wie bisher üblich ist und mit der entsprechend länger gepumpt werden müsste. Damit ist der gerade Störfaktor versteckt, der schlecht zu modernen Rädern passt, die vorwiegend aus gebogenen Rohren bestehen.

5. Toaster  ↑ Anfang

(Juni 09)

Wer kleine Brötchen aufbacken möchte, kann sich die Finger verbrennen. Das passierte mir jedenfalls bei Verwendung eines üblichen Toasters (erstes Bild). Die fertig getoastete Brötchenhälfte ragte nicht aus dem noch heissen Backschlitz heraus, um sie gefahrlos greifen zu können.


↑ Die getoastete Brötchenhälfte steckt tief im Schlitz.        ↑ Schieberhebel, Original-Lage     ↑ Schraubenkopf-Schikane

Am Schieberhebel war die Lösung mit einem kleinen Pfeil bereits angedeudet (zweites Bild): Man ziehe den Hebel nach oben. Das war aber nur ein ganz kleines Stück (< 10 mm) möglich. Also galt es, diesen Hub zu vergrössern, den/die Anschlag/äge zu ändern.

Das Kunststoff-Gehäuse ist mit 4 Schrauben am Boden befestigt. Die Schraubenköpfe sind so gestaltet, dass der Benutzer die Schrauben mangels passendem Werkzeug nicht lösen kann. Solche Massnahmen sollen ihm Sicherheit vor elektrischen Gefahren bieten, dienen aber auch der Absicht, Reparaturen zu Gunsten von Neukäufen zu verhindern. Ein passendes Werkzeug ist leicht herstellbar: in die Klinge eines gewöhnlichen Schraubeziehers wird ein Schlitz geschliffen (drittes Bild: nicht schön mittig gelungen; aber das Werkzeug soll ja nicht verkauft werden).


↑ Schieber: Original-Anschlag      ↑ Schieber geändert: neue Lochnase, Hebel tiefer       ↑ Schieber: höherer Anschlag

Für den Schieberhebel war die Aufwärtsbewegung nur bis zum Schlitzende im Kunststoff-Gehäuse möglich (zweite Abbildung). Der Schieber selbst konnte höchstens soweit nach oben bewegt werden, bis er über die obere Schraubenfeder gegen den Rand des Blech-Gehäuses stiess (viertes Bild: originale Form des Schiebers weiß skizziert angedeutet).


↑ Schieberhebel, tiefere Lage       ↑ Die getoastete Brötchenhälfte ragt aus dem Schlitz heraus.

Die Verbesserung, das Toast-Gut ca. 15 mm höher zu heben als bisher, bestand aus 3 Massnahmen:

  1. Der Schieberhebel wurde tiefer am Schieber angeschraubt. (Der Hebel-Hubbereich wurde gleich viel nach unten verschoben. Am Kunststoff-Gehäuse wurde aber keine Änderung nötig, denn der Schlitz war an seinem unteren Ende lang genug.)
  2. Der Schieber wurde an seinem oberen Ende gekürzt. Vom abgeschnittnen Blech wurde ein Teil stehen gelassen und damit die obere Führungsnase neu geformt. (Die vertikale Geradführung wurde damit um den gleichen Betrag gekürzt, sie ist aber mit ca. 55 mm noch lang genug.)
  3. Die beiden das Toast-Gut tragenden Arme des Schiebers ragen durch Schlitze ins Innere des Blech-Gehäuses. Die Schlitze mussten nach oben verlängert werden (siehe vierte und sechste Abbildung: schwarz umrandete Schlitz-Partien).

6. Auto-Rückspiegel  ↑ Anfang

(Juni 09)

Wer die äusseren Rückspiegel seines Pkw vom Fahrersitz aus einklappen können will, der kaufe sich ein neues Auto. Wer das auch an seinem alten Auto können will, kann zur Selbsthilfe greifen.

Es ist vorwiegend der rechte Spiegel, der hin und wieder im Wege ist, z.B. beim Parken nahe an einer Wand oder beim Passieren eines Garagentors. Hinter dem Tor befindet sich meistens noch Platz (rechts), den man zu Gunsten des bequemen Aus- und Einsteigens (links) nicht verschenken möchte.


↑ rechter Assenspiegel, 1 Bowdenseil ist sichtbar              ↑ Bedienhebel an der Mittelkonsole

Das Ein- und Ausklappen der Spiegel ist in der Regel eine Drehung um eine vertikale Achse. Man kann beidseits der Achse mit je einem Bowdenzug angreifen (erstes Bild, der Knopf des hinteren Seils ist mit derselben Schraube und Unterlegescheibe in einer Vertiefung der Spiegelachse gehalten wie der Knopf des vorderen) und die Drehung vom Anfang der Züge aus bewirken. Die Anfänge befinden sich im Auto, z.B. an der rechten Seitenwand (der Beifahrer hat dort auch Zugriff) der Mittelkonsole. Die analoge Bewegung ist ebenfalls eine Drehung: Beim Drehen eines Hebels (zweites Bild) wird einer der Bowdenseile gezogen, das andere wird frei gegeben.


↑ Führen der Bowdenzüge beim Türgelenk                        ↑ Einführung der Bowdenzüge unter die Motorhaube

← Spiegel-Abdeckung, Blick in Fahrtrichtung

Von der Verwendung des Bowdenzuges beim Velo für Bremsen und Gangschaltung ist bekannt, dass sich seine beiden Enden relativ zueinander bewegen lassen, ohne dass eine (Fehl-)Wirkung entsteht. Beim Velo ist es die Drehung des Lenkers, beim Auto das Öffnen und Schliesen der Türe, wofür die Flexibilität der Bowdenzüge erforderlich ist.

Die beiden Züge gelangen beim Türgelenk von der Türe in den Raum unter der Windschutzscheibe (drittes und viertes Bild). Ausser der Biegung tritt auch eine leichte Schiebung auf, die die Züge beim Schliessen ins Innere des Autos ausführen, wo sie unter der Motorhaube "aufgefangen" werden.

Beim vorn montierten der beiden Züge musste die Spiegel-Abdeckung ein wenig beschnitten werden (fünftes Bild, Beschnitt ist weiß skizziert angedeutet).

7. Heimwerker-Fräse  ↑ Anfang

(Juni 09)

← Kabelanschluß mittig oben, Schalter vertieft

Bei der Höheneinstellung einer Handfräse muss deren Aufsetzplatte gegen Federn, die sich auf den beides verbindenden Säulen befinden, gehalten werden. Dabei fehlt eine dritte Hand, denn die zweite Hand wird für die Betätigung der Klemmschraube gebraucht. Die Manipulation ist möglich, wenn sich die Fräse gegen den Bauch des Heimwerkers stützen lässt (5. Bild). Bei der vorhandenen Maschine war das nicht möglich, da deren Elektrokabel in der Mitte oben eingeführt war (1. Bild).

Ein weiterer Mangel war der vertiefte Schiebeschalter, der schlecht erfühlbar und schlechtt zu händeln war. Die einfache Abhilfe bestand darin, einen zylindrischen Knopf aufzusetzen (aufgeschraubt). Der Schalter wurde damit gut erfühlbar und gut greifbar (2. Bild).

Das Elektrokabel wurde in der Nähe der alten Stelle, aber von der Seite her in die Maschine eingeführt. Bild 3 zeigt das entsprechende Loch im Gehäuse. Im 4. Bild ist eine kleine Aussparung im Inneren weiß markiert, die zur Umlenkung des Kabels zur Seite nötig wurde (auf die bisherige Kabeltülle wurde verzichtet).


↑ Schalter mit Knopf                    ↑ seitliches Loch für Kabel          ↑ innere Kabelumlenkung


↑ Kabelanschluß seitlich oben, Schalter mit Knopf

8. "Grosse" Stühle  ↑ Anfang

(Juni 09)

Es waren gleich zwei Stuhl-Klassiker, an denen ich mich vergriff, um sie für mich zu verbessern:

  1. Stuhl No.B301 von Charlotte Perriand, 1928
  2. Landi-Stuhl von Hans Coray, 1938

8.1. Perriand-Stuhl  ↑ Anfang

Charlotte Perriand wird meistens als letzte im Möbel entwerfenden Trio Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand genannt. Man kann aber davon ausgehen, dass die Gestaltung dieser Möbel im wesentlichen von ihr stammte. Das könnte auch der Grund sein, dass ihr Stuhl B301 für durchschnittlich grosse Leute nicht ganz passend ist. Die drehbare Lehne ist zu niedrig gelagert. Der Sitzende drückt mit seinem Rücken über der Drehachse dagegen, wodurch sich eine zu grosse Neigung der Lehne einstellt (1. Bild). Die Durchdrehbarkeit der Lehne ist bei spielenden Kindern beliebt, ich habe aber einen kleineren Spielraum oder gar eine fixe Lehne lieber. An einem Lehn-Stuhl wünsche ich mir auch eine höhere Lehne, als sie Charlotte Perriand am B301 bemessen hat.


↑ Perriand-Stuhl: originale Sitzposition                               ↑ Perriand-Stuhl: verbesserte Sitzposition

Ich kehrte die Lehne um: den längeren Original-Unterteil nach oben, wodurch die Lehnen-Oberkannte etwa 3 cm höer zu liegen kam (2. Bild).

Damit die Lehne nicht mehr durchdrehen kann, setzte ich zwischen die beiden hinteren Auskragungen, um die die Lederband-Armstützen geschlungen sind, eine zusätzliche Chromstange. Die Lehne bekam die passende Neigung, indem ich sie etwa 2,5 cm weiter hinten befestigte. Um den gleichen Betrag vergrösserte sich vorteilhaft die Sitztiefe (2. Bild).


↑ Perriand-Stuhl: 2 neue Löcher / Seite, hinten                   ↑ Perriand-Stuhl: mit Querstange und versetzter Lehne


↑ Perriand-Stuhl: mit Holzstange auseinander gedrückt       ↑ Perriand-Stuhl: Gestaltung der Enden der Querstange

← Perriand-Stuhl: geänderte Rück-Ansicht

In die Stahlrohre des Gestells wurden hinten an beiden Seiten je 2 Löcher gebohrt (3. Bild), in die die Lehnenachse bzw. die Querstange gesteckt wurden (4. Bild). Zur Ummontage der Lehne und zum Einsetzen der Querstange wurden die beiden hinteren Beine mit einer Holzstange zurückfedernd oben nach aussen gedrängt (5. Bild). Die verchromte Querstange stammte aus dem Altmetall-Kübel eines Möbelhauses. Seine beiden Enden wurden kehlförmig gefeilt, die Messingbolzen mit angedrehtem Haltestift eingepresst (6. Bild).

Die Änderung ist auch in der Rück-Ansicht unauffällig (7. Bild).


8.2. Landi-Stuhl  ↑ Anfang

Der Landi-Stuhl wurde entworfen und gefertigt für die Schweizerische Landes-Ausstellung (die "Landi"), die 1939 in Zürich stattfand. Der Stuhl wurde 1962 leicht verändert (horizontale 6-Lochreihe statt 7-Lochreihe), wird aber heute wieder im originalem Design gefertigt. Die verwendete Aluminium-Legierung war zumindest am Anfang so spröde, dass die Lehne oft abbrach. Da das Material schlecht schweissbar war, landeten viele Landi's frühzeitig im Müll.

Der Landi ist selbstverständlich nicht als Arbeitsstuhl entworfen. Er läd zum Ruhen ein, wozu seine Sitzfläche nach hinten abfällt, und seine Rückenlehne relativ stark geneigt ist (1. Bild). Das läd aber auch zum "Flegeln" ein, wobei der "Besitzer" den Stuhl über die Hiterbeine nach hinten kippt. Dabei passierte zumindest früher das Malheur, die Schale riss zwischen Sitzfläche und Lehne, meist gleichzeitig oder kurzzeitig nacheinander an beiden Seiten.


↑ Landi-Stuhl, Original-Montage                                       ↑ Landi-Stuhl (Schale angehoben), zum Lesen geeignet

← Landi-Stuhl, Sitz mit Lehne verstrebt, beides angehoben

Meine beiden nach 1962 gefertigten Stühle blieben bisher von Anrissen verschont. Offensichtlich pflegte ihr Vorbesitzer ruhig zu sitzen, und ich beuge mich meistens während des Sitzens ein wenig nach vorne, weil sich dort mein Lesestoff oder mein Schreibpapier (und mein Trinkglas) befindet. Dabei fand ich die nach hinten abfallende Sitzfläche und die nach hinten fliehende Rückenlehne unbequem. Das änderte ich sowohl an meinen beiden unbeschädigt gebliebenen Stühlen (2. Bild) als auch an meinen vom Müll stammenden mit je zwei seitlichen Streben reparierten Originalen (3. Bild).





↑ Landi-Stuhl, hintere Befestigung der Schale am Gestell   ↑ Landi-Stuhl, Zwischenstücke zum Anheben der Schale

Die Schale war hinten mit einem Winkelstück direkt am Querholm des Gestells angeschraubt (4. und 6. Bild). Zum Vergrössern des Abstandes zwischen Winkelstück und Querholm montierte ich eine kleine Platte dazwischen (5. Bild).


↑ Landi-Stuhl, Original-Montage                                       ↑ Landi-Stuhl, Schale hinten angehoben

Damit sich die Platte nicht gegen den Querholm verdrehen kann, wurde eine dritte Schraubverbindung hergestellt (7. Bild). Zur elastischen Abtragung der Last von der Schale auf den Querholm dient das bisherige Plastikteil (6. und 7. Bild). (Das Winkelstück ist weich genug, so dass die Lastabtragung vorwiegend über das Plastikteil geschieht.)

9. Taschen-Fernglas  ↑ Anfang

(April 10)

Etwa im Jahre 1970 schaffte ich mir ein Exemplar des von Zeiss, Oberkochen seit 1969 gelieferten Taschenfernglases 8x20 (Vergrößerung x Objektiv-Durchmesser (=Eintrittspupille) in mm) an. Es ist das vermutlich weltweit älteste Fernglas im Hemdentaschen-Format, wiegt nur etwas mehr als 100g und hat die Abmessungen 26mm x 70mm (zusammengeklappt) x 90mm. Eine wesentliche Ursache für die Kleinheit ist der Verzicht auf eine große Austrittspupille, was man sich vorher (leider überwiegend auch heute noch) nicht vorstellen konnte. Bei meinem kleinen Glas beträgt sie nur 2,5mm (20/8, siehe Abbildung, unten ), entspricht also der Eintrittspupille des Auges bei Tageslicht. Beim quasi vom Militär gesetzten Standard 6x30 oder 8x40 ist sie mit 5mm doppelt so groß (40/8), was zwischen 4- und 8-faches Gewicht bedeutet (zwischen quadratischer und kubischer Proportionalität). Ein solches Gewicht bei Reisen, Wanderungen und Spaziergängen mit sich herum zu schleppen und auf den Vorteil einer großen Austrittsblende in der Dämmerung (größere Augenpupille) in der Regel nicht angewiesen zu sein, ist nicht klug.


großes Bild rechts: Taschen-Fernglas 8x20 und "Militär-Fernglas" 8x40 im Vergleich


kleines Bild rechts: Austrittspupille am Taschen-Fernglas 8x20, vor dem Okular "schwebend"

Die Konstrukteure strebten konsequent kleine Abmessungen an, weshalb auf einen Mitteltrieb, mit dem die Entfernungseinstellung gleichzeitig an beiden Okularen möglich ist, verzichtet wurde. Es wurde eine einfache mittlere Platte gewählt, die bei Zick-Zack-Faltung zusammen mit den Armen an beiden Rohren die geringste Breiten-Ausdehnung ergibt.


Bild links: Taschen-Fernglas mit Band-Trieb
oben: Gebrauchs-Stellung; unten: zusammengeklappt

Ich verband beide Okulare mit einem Rundschnur-Riemen (Band-Trieb), womit ich das mit je einer Hand vorgenommene Verdrehen der Okulare synchronisierte. Vorher war, das Glas vom Auge abzusetzen, um durch Blick auf die beidseits vorhandenen Skalen zu kontrollieren, ob beide Teilferngläser gleich eingestellt sind. Die Länge des Rundschnur-Riemens war so gewählt, dass in Gebrauchs-Stellung gleichzeitig mein Augen-Abstand eingestellt war.

Der Rundschnur-Riemen ging nach mehr als 20 Jahren Gebrauch kaputt. Ich habe ihn (bisher) nicht ersetzt. Damit wenigstens wieder mein Augen-Abstand ohne Probieren einstellbar ist, habe ich eine entsprechend schmalere Mitten-Platte eingesetzt, wodurch die gestreckte Lage die passende ist (Bild unten, links).



Bild oben: mein Hemdentaschen-Paar der 70er bis 90er Jahre
Bild links: Taschen-Fernglas mit angepasster Mitten-Platte

Auf die seit 1966 erhältliche Rollei 35, die kleinste Kleinbildkamera (24x36) der Welt, wurde ich etwas später als auf das kleine Fernglas aufmerksam. Aber bald kaufte ich mir eine (für meine zweite Hemdentasche).Die Paarung hielt bis ins neue Jahrtausend, als die Rollei einer Pixel-Kamera weichen musste.





10. Auto-Tagesfahrlicht  ↑ Anfang

(Juli 14)

Golf III: Teil des Armaturenbretts mit Lichtschalter

Seit diesem Jahr (2014) ist in der Schweiz vorgeschrieben, immer, d.h. auch tagsüber, mit Licht am Auto zu fahren. Der Begriff "Tagesfahrlicht" ist älter und bedeutet keine gesetzliche Vorschrift, sondern eine Erlaubnis: Die schon seit einigen Jahren handelsüblichen "Tagesfahrlicht"-Zusatzscheinwerfer durften unter bestimmten Bedingungen am Tage eingeschaltet werden. Folglich besteht in der Öffentlichkeit Unklarheit. Wenn solche Scheinwerfer am Auto angebaut sind, dann müssen sie neuerdings tagsüber eingeschaltet werden. Sind keine vorhanden, wie an den meisten Autos mit Standardausrüsung, dann muss jetzt am Tage mit Abblendlicht gefahren werden. Das etwas weniger helle Licht der "Tagesfahrlicht"-Scheinwerfer genügt aber [TCS: Obligatorisches Fahren mit Licht am Tag].

Mein alter Golf III (1997) hat Standardausrüsung. Damit ich es nicht vergessen kann, das Abblendlicht einzuschalten, legt ich eine Kabelbrücke vom bisher unbenutzten Lichtschalterausgang TFL (Tagesfahrlicht) zum Ausgang für die Abblendlichter. An TFL liegt Spannung, wenn die Zündung eingeschaltet ist, unabhängig von der Schalterstellung. Die Abblendlichter sind somit beim Fahren immer ein- und beim Abziehen des Zündschlüssels ausgeschaltet (das Ausschalten der sonst noch brennenden Standlichter könnte man ja auch vergessen). Das Einschalten des Lichtschalters in der Nacht (wobei auch die Schlusslichter eingeschaltet werden und das für das Umschalten zwischen Abblend- und Fernlicht erforderlich ist) bedeutet für die Abblendlichter lediglich eine zweite, parallele Stromversorgung.

Bild links: Leuchten-Blende (links) und Lichtschalter (rechts) herausgezogen
               Blende mit 2 Kontroll-Leuchten war nur eingeschnappt,
               Herausziehen des Schalters nach Eindrücken seiner Nase N von der Blenden-Öffnung her möglich
Bild rechts: Kabelbrücke
                  rotes Kabel von TFL (Pos.15, links oben, zusätzlich eingeschobener Crimp-Flachstecker, weiblich) zum
                  hellen Abblendlicht-Kabel (Pos.2, rechts unten, Anschluss mittels rotem Schneid-Kabelverbinder)

Siegfried Wetzel, CH 3400 Burgdorf, Mai 2008 (Juni 08, Juni 09, April 10, Okt.10, Juli 14, Juli 16)

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